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Preistransparenz Kaffee FOB und Direct Trade

Preistransparenz Kaffee FOB und Direct Trade
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Preistransparenz Kaffee FOB und Direct Trade

Preistransparenz Kaffee FOB und Direct Trade

Geschrieben von Philipp Schallberger am 19. Juni 2019
Wir testen und schreiben persönlich. Alle Testgerätschaften kaufen wir selbst, um unabhängig und neutral testen zu können. Unser Team aus Deutschen und Schweizer Kaffeeprofis hat diverse nationale und internationale Kaffeemeisterschaften gewonnen. Wir führen selbst Gastronomien und kennen durch unsere Tests und durch Home Barista Kurse einen Großteil aller Espressomaschinen und Mühlen am Markt.

Was bedeutet Transparenz für den Kaffeepreis? Was heisst eigentlich FOB? Und wie hoch sind Produktionskosten von Kaffee? Und was ist Direct Trade?

Es ist absurd – auf der Konsumentenseite wird Kaffee immer diverser – es gibt immer mehr Auswahl, mehr Röstereien, neue Mischungen, neue Darreichungsformen, neue Maschinen – während im Kaffee-Ursprung die Diversität immer kleiner wird. Für viele Produzenten lohnt sich die Produktion von Kaffee nicht mehr. Immer mehr Produzenten verlassen das Kaffeegeschäft, weichen auf andere Produkte aus oder kehren der Landwirtschaft ganz den Rücken.

Transparenz = faire Kaffeepreise?

In diesem Kontext wird die Forderung nach gerechten Preisen immer lauter. Doch was ist fair? Was ist gerecht? Viele Kaffeeröster sehen einen ersten Schritt darin, die Einkaufspreise offen zu legen. Immer mehr Röster reden von FOB – Free on Board, von Produktionskosten, von Farm Gate Preisen – das alles sind sogenannte Incoterms, oder eben Lieferbedingungen, die etwas über den bezahlten Preis für den Kaffee aussagen können.

Das Verständnis für diese Grössen ist aber in der grossen Masse limitiert. Deshalb haben wir Pascal Herzog, Head of Volcafe Select (2015-2019) eingeladen, um mit ihm über diese Themen zu sprechen.

Konsequenterweise müsste man Transparenz in beide Richtungen wagen. Wenn der Produzent den Datenstriptease wagt, der Händler das auch macht, dann könnte das auch die Rösterei machen und zeigen, wie sich ihre Buchhaltung zusammensetzt.

Pascal Herzog, Mai 2019

 

Herausgekommen ist ein Podcast, der viele Fragen klärt, neue aufwirft, und die Kaffeeröster in die Pflicht nimmt.


Was ist Direkter Handel, FOB und Produktionskosten?

Pascal Herzog hat für uns vier Begriffe definiert und das kurz und knackig zusammengefasst.

FOB – Free on Board

  • FOB oder Free on Board ist eine klar definierte Vertragsklausel (Incoterm 2010). Die Klausel besagt, dass alle Kosten und Risiken auf den Käufer übergehen, sobald die gehandelten Güter auf dem Schiff verladen werden. FOB Kontrakte werden in der Kaffeeindustrie oftmals als Referenzen herbeigezogen, um die Transaktionskosten möglichst tief zu halten. Entsprechend anerbietet sich ein Preisvergleich auf FOB Basis.

COP – Cost of Production

  • COP oder Cost of Production. Die Produktionskosten umfassen alle direkten und indirekten Kosten, welche auf einer Kaffeefarm anfallen. Beispiele sind Löhne (Opportunitätskosten), Kosten für das Land, Düngemittel, Maschinen, Setzlinge usw. Leider gibt es keine standardisierte Methode zur Berechnung der COP. Entsprechend ist ein direkter Vergleich der Daten schwierig und teilweise sogar problematisch. Nur eine individuelle Betrachtungsweise wird der Farm gerecht; gleichzeitig können regionale Daten selbstverständlich als Referenz herbeigezogen werden, um eine Farm besser einzuschätzen.

Direct Trade Coffee

  • Direct Trade: Auch hier gibt es keine klare Definition. Der kleinste gemeinsame Nenner ist wohl die direkte Kommunikation zwischen dem Röster und dem Kaffeebauer, resp. der verantwortlichen Kooperative. Im Allgemeinen kann dies helfen, die Transparenz innerhalb der Supply Chain zu erhöhen. Die meisten Kaffeelieferanten bieten heute an, den direkt gehandelten Kaffee für den Röster zu verschiffen, zu finanzieren, zu importieren und schliesslich auszuliefern.

Und zu guter Letzt ein kurzer Input zu einem Thema, das wir im Podcast eingehender besprechen – es geht um die „Coyotes“, oder die Zwischenhändler. Pascal Herzog dazu:

  • Cut out the middle man: Hierbei will man die Lieferketten möglichst kurz halten. Meines Erachtens muss im Einzelfall beurteilt werden, wie lange eine Lieferkette optimalerweise sein sollte. Die lokalen Gegebenheiten müssen dabei ebenso in Erwägung gezogen werden, wie die Funktion der einzelnen Glieder und deren Verhandlungsmacht.

Weiterlesen/hören zum Thema:

Podcast mit Peter Lerch zum Globalen Kaffeehandel.

Podcast mit Roger Wittwer und Peter Lerch zum Preisverfall im Kaffee.

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    Was denkst du?
    G.
    G.
    Hallo zusammen,

    habe eure Kaffees bei dem Ueberlegen Shop kennengelernt. Nun schreiben die dass mann bei den Röstereien "die Namen der Handelspartner, die Einkaufspreise, die Menge, die Qualitäten und die Dauer der Beziehung zum Handelspartner" laufend einsehen kann.
    Wo finde ich das auf eurer Homepage?
    Ebenso wurde in einem Kaffemühlen Test auf die Datenbank der Resultate verwiesen, wo ist die zu finden.
    Und wo ist der vor Jahren angekündigte ausführliche Test der Decent Espresso Maschine zu finden?
    Finde Ihr habt sehr viele auch teils sehr gute Informationen, aber gezielt sehr schwer bis unmöglich etwas zu finden.

    Grüße Gustav

    Michel Indelicato
    Michel Indelicato
    Hey Gustav

    Bei allen aktuellen Kaffees findest du in unserem Shop die Rezepte. Eine Übersicht über unsere Preise findest du im Blogbeitrag über Transparenz. Am besten nutzt du die Suchfunktion auf der Webseite, die funktioniert richtig gut.
    Resultate gibt es dann entweder beim jeweiligen Blogbeitrag oder im Video. Zu guter Letzt machen wir jede Woche mindestens ein Video und können somit nicht alle Bedürfnisse abdecken aber sicher einige. Wir bleiben aber auf jeden Fall dran
    Michel
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